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Mehr über den Bumerang-Fund
von Magdeburg
In unserer Ausgabe 3/95 berichtete em kurz über den
Bumerang-Fund in der Elbe. Hier kommen weitere Einzelheiten aus
den beiden mir vorliegenden Quellen: Lange, Beran, Weber "Neufunde
prähistorischer Holzartefakte aus dem Elbekieswerk Magdeburg-Neustadt"
in "Ausgrabungen und Funde", Bd. 35, 1990, Heft 4, S.
161 - 165, und D. Evers "Bumerang-Fund in den Elbschottern
von Magdeburg-Neustadt und seine Erprobung" in "Archäologie
in Sachsen-Anhalt" Heft 4/95, S. 8 - 12.
Aus der früheren Quelle war erkennbar, wie sich das Auffinden
abgespielt hat: Mit der Eimerkette eines Kiesbaggers vom Elbgrund
nach oben gebracht. Dieses Verfahren wird möglich, weil die
Mitarbeiter des Kieswerks angeleitet werden, ständig das Material,
das vom Bagger geborgen wird, sorgfältig zu beobachten und
etwa entdeckte Artefakte zu bergen; denn hier aufgefundene Holzgegenstände
weisen einen sehr guten Erhaltungszustand auf, weil sie unter dem
Grundwasserspiegel, unter Luftabschluß also, gelagert haben,
auch wenn die Lagerungszeit Tausende von Jahren dauert.

Das Fundstück wurde nach der C-14-Methode altersbestimmt.
Die Archäologen, die es als erste begutachtet haben, bezeichnen
es als ein Stück, "das man seiner Form nach am ehesten
mit einem Bumerang vergleichen könnte." D. Evers
hingegen ist sicher, das es sich um einen Bumerang handelt:
Material:
Esche in Stärke von 0,7 - 1,0 cm; Länge des erhaltenen
Arms: 22,7 cm; Flügelbreite an den Enden: 4,25 und 4,4 cm;
Ellbogenbreite: 7,35 cm; Armwinkel: etwa 60°.
Erhaltungszustand:
D. Evers vermutet, daß der Bumerang absichtlich vergraben
worden ist, um ein Reißen des Holzes zu verhindern bzw. um
sein Eigengewicht zu vergößern.
Flugerprobung: E. Mawick und F. Frost berichten über
das Ergebnis ihrer Flugerprobung:
"Beim Linkshandwurf 18 bis 20 m-Kreis mit vollständiger
Rückkehr, bei bis zu 2 bft Wind und mit starker Abwurfkraft;
schwer kontrollierbares Flugverhalten wegen des ungünstigen
Verhältnisses zwischen der Masse und der Größe der
tragenden Fläche".
Ich selbst habe das Gerät aus 5-mm Sperrholz nachgebaut, jedoch
nur unter Beachtung der Umrißform. Das Profil habe ich für
die Rückkehr-Erfordernisse solange verändert, bis es gefangen
werden konnte.
Zu welchem Zweck? Die Magdeburger/Hallenser Autoren neigen
der Auffassung zu, es handele sich vermutlich um ein Sport- und
Spielgerät. D. Evers plädiert für ein "Kultholz
der Wiederkehr" und verweist auf seine bisherigen Veröffentlichungen.
(s.a. BW Nr. 1 u.2/89).
Ein besonderer Dank geht an Herrn Dr. Müller von der
"Archäologischen Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e.V."
für seine freundliche und schnelle Hilfe bei der Literatur-Beschaffung.
wb
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