|
Mein
Weg zum Langzeitflug
-Teil 2- (Teil
1 In der letzten
Ausgabe)
Magic Story
Den ersten Magic GFEMC-MTA baute ich am 24.3.93
aus einer 1,5 mm Platte. Er wurde so projektiert, daß die
Abstände vom Schwerpunkt bis zu beiden Flügelenden gleich
sind; außerdem wurde das klassische Tuning angewendet, d.h.:
beide Arme nach oben biegen, Arm 1 am Ende positiv anstellen, Arm
2 negativ, Ellbogen bleibt eben. Biegung und Anstellung bleiben
sehr gering: 1 - 3°.
Bei den ersten Tests schwebte der Magic 22
- 27 Sek., die parallel geworfenen Holzgeräte nicht mehr. Drei
Tage später, an einem Märztag, blieb Magic 1 1
Min. 18,65 Sek in der Luft!
Aus der Aerodynamik wußte ich schon, daß
bei so niedrigen Re- Zahlen eine turbulente Strömung günstiger
ist und daß bei dünnen Profilen die Vorderkante selbst
schon ein Turbulator ist. Der Prototyp Magic 1 stabilisierte
sich nicht jedes Mal. Oft stürzte er trudelnd ab. Die Ursache:
Strömungsabriß von den zu scharfen Vorderkanten beim
Übergang von kleinen (während des Aufsteigens) zu größeren
Anströmwinkeln (hover).
Um dieses Problem zu lösen, übertrug ich
den Zahn an der Vorderkante aus dem Flugzeugbau auf die MTA-Technologie.
So entstanden Vortex (= Wirbel) und einige Vortex Magics.
Das Trudelproblem war beseitigt, der Luftwiderstand jedoch wurde
größer, damit auch die Sinkgeschwindigkeit. Trotzdem
blieb Vortex 1 etwa 1 Min. in der Luft (siehe Tabelle).

In der Absicht, die Armstreckung und die Drehgeschwindigkeit
zu vergrößern, plante ich den Fury, dessen Armenden die
Hauptrotorblätter des britischen Hubschraubers Lynx kopierte.
Der früher gebaute Fury-Triblader wurde ein Erfolg für
mich (28.02.93).
Die Drehgeschwindigkeit meiner MTA-Bumerangs während
des Schwebens ist ein bißchen größer als bei Ted
Bailey, nämlich 10 - 11 U/Sek. Sie müssen mit größerem
spin geworfen werden. Wegen seiner präzisen Rückkehr
verhalf mir der Magic am 19 04.95 zum Supercatch 5+1.
Abschließend zum Magic die Stimme eines
deutschen Nutzers, Eberhard Keim aus Train:
"... Ich habe sofort 3 normale Würfe
gemacht - keinen einzigen Absturz! Endlich ein MTA, der Freude macht!!
- Dein Magic-MTA ist mein erster MTA, der sich immer sauber flachlegt
und keinen komplizierten Abwurf braucht - er freut mich ganz besonders!"
Opti: Short Story
Im August - September 1993 baute ich auch einige typische
Pertinax-MTA-Modelle (A. Heckners 2mm LZF, 1,5 mm LZF, Quirl und
G. Möllers Paff II, Paff Sex. Neben Pertinax verwendete ich
auch 2 und 1,5 mm starkes GFEMC. Das Vergleichen der Flugbilder
zeigte mir die entscheidende Rolle, welche die Abstimmung zwischen
Masse und Auftriebsverteilung spielt. Sie bestimmt die Bumerang-Eigenschaften
nachhaltig.
Mit meinen nächsten MTAs Opti versuchte
ich die für die Pertinax MTAs typische gekrümmte Armform
nachzuahmen und zu testen. Im Vergleich mit den Magics waren
die Optis windstabiler und schwebten 22 - 42 Sek. Ted Bailey
hob bei einem Vergleich zwischen Pertinax und GFEMC hervor, es gäbe
nur geringe Unterschiede; jedoch kann GFEMC auf dem Feld in kürzerer
Zeit gebogene werden. Für die zur Stabilisierung nötige
Auftriebsverteilung brauchte Opti eine relativ große
positive Biegung an Arm 2. Die Folge: Höherer Luftwiderstand
und höhere Sinkgeschwindigkeit. Ich verstand: Das gewünschte
Optimum ist noch nicht gefunden!
Topic - Longer Story
Ein besserer Schritt auf der Suche nach dem Optimum
war der Topic ( =Aktuell), 19.03.94. Er war kleiner und leichter
und mit einer Massen- und Auftriebsverteilung, die sich vom Magic
deutlich unterschied. Schon am ersten Testtag: 45,95 Sek. Ich probierte
3 verschiedene Turbulator - Arten aus:
- Kannelierung der oberen Oberfläche. Kanäle
0,05 mm tief, in einem Winkel von 60° zur Längsachse von
Arm 1.
- Rillen auf der Vorderkante.Das war ein wirkungsvoller
Schritt, der bestätigt wurde, als Ted Bailey mir am 14.4.94
einen Midi mit Rillen schickte. Er schrieb nämlich dazu:
Beachte, daß die rauhe Vorder/Oberkante vorn die Grenzschicht
turbulent machen soll, damit die rücklaufende Wirbelblase
auf der Flügelmitte verhindert wird.
- Schlitz auf der Oberseite, 3 mm hinter der Vorderkante,
1 mm tief, 60 - 80 mm lang. Damit versuchte ich, die genialen
Kreisturbulatoren, die A. Adler für seine Aerobie-Ringe
verwendet, für den Bumerang zu adaptieren. Die Windresistenz
wurde ein bißchen größer, aber die Flugzeit
änderte sich nicht besonders.
Nach all diesen Proben wage ich zu behaupten: Wenn
der Vorderkanten-Turbulator gut gemacht ist, braucht man nichts
mehr. Man muß aber verstehen: Bei Re = 20 000 - 30 000 ist
die Turbulisierung wichtiger im Zusammenhang mit dem Luftstrom-Abriß
mit seinen größeren Strömungswinkeln in der Schwebephase
ist als zur Vergrößerung der Gleitzahl.
Mit dem Topic erprobte ich auch eine elektrische
Aufladung vor dem Werfen, weil ich vermute, sie soll für die
Strömung von Bedeutung sein. Mir schien, der geladene Topic
flöge länger. Aber um sicheres behaupten zu können,
muß ich weitere Tests durchführen.
Mit Magic und Topic erprobte ich zwei
Maßnahmen zur Reduzierung der Masse:
1. Nur-Glasfaser; die Metallschicht wurde entfernt.
Die Masse wurde um 8% geringer, die Steifigkeit stieg. Zum Tunen
mußte man aber die Glasfaser erhitzen.
2. Herstellung aus Hartgewebe (Baumwoll - Phenolharz-Composite,
Phenolic) Sie waren um 25% leichter und schwebten bis 30 Sek. sehr
stabil.
Der Serienbau von etwa 30 Stück Magic
und 20 Topic, meist verschenkt oder getauscht mit Freunden
aus der ganzen Bumerang Welt lehrte mich:
1. Es gibt keine zwei gleiche Bumerangs.
2. Jeder MTA-Bumerang muß individuell und
sehr präzise eingestellt werden; das sind oft einige Stunden
Arbeit mit der Feile und viele Testwürfe.
Impuls - Aktuelle Story
Den ersten Impuls (23 g) baute ich im Jan 95.
Eine Woche danach folgten weitere, die mit Elementen von Magic
und Topic kombiniert wurden: Top Impuls, Top Magic, Magic
Impuls, Light Impuls (Arm 1 um 20 mm kürzer, Masse nur
16 g), Topic M (Arm 2 um 13 mm länger) und der Impuls
Nr.2 (24 g, 26-28 Sek bei Windstille) für Didier Bonin.
Am 17.2.95 zeichnete ich nachts um 3:15 Uhr den Night-Impuls.
Bei den ersten Proben zeigte er eine Tendenz, die Umdrehungsrichtung
während der Schwebephase zu wechseln (?? -gb). Die Ursache
dafür: zu scharfe Kanten im Ellbogenbereich innen an Arm 1.
Mit den Impuls-Prototypen löste ich ein altes
Problem: die Massenbalance. Schon mit den Topics hatte ich
verstanden, daß Arm 2 Gewicht braucht (s. Möllers Paff
und Frosts Highlander)! So werden Massenverteilung und Auftriebsverteilung
in Übereinstimmung gebracht. Beim Topic probierte ich
unterschiedliche Gewichtung an 2 Punkte, beim Impuls wählte
ich den Mittelweg mit nur einem Gewicht, das 3-4% der gesamten Bumerang-Masse
(etwa 24 g) schwer war. Mit dieser kleinen Erfindung wurde endlich
eine gute Flugstabilität erreicht!
Jedem, der selbst MTA - oder andere Bumerang-Typen
aus GFEMC bauen will, möchte ich raten: Do it! Es lohnt sich!.
Du benötigst aber viel Geduld. Vieles mußt Du wiederentdecken.
Das Kopieren meiner MTA-Formen werde ich als Kompliment schätzen,
genau so, wie Herb Smith.
Impuls - MTAs können bei mir zum Preis
von 25 US-Dollar bestellt werden (inkl.Luftpost-Porto). Als abschließende
Empfehlung noch einmal Eberhard Keim:
"Ich habe begonnen, mit dem Impuls zu trainieren.
Dabei habe ich einen 45 Sek. Flug erlebt - das sind Bereiche, die
mir bisher verschlossen waren und erst durch Deine Baukunst eröffnet
worden sind! Ich bin glücklich darüber!"
Dimana
Bumerangs:
Opti Heavy, Topic #1, Top Impuls, Night Impuls (v.r.n.l.)
Georgi Dimantschev
Hipodruma 139 A - A - 23
1612 Sofia, Bulgaria
|