Beginner’s
Corner:
Disziplin Juggling
Jonglieren ist für mich die schwerste aller
Disziplinen. Hier zeigt sich der wahre Könner. Ein präziser,
konstanter Wurf, schnelle Reaktion und gute Koordination der Bewegungen
sind Voraussetzung für den Erfolg.
Die Regeln:
Zwei Bumerangs werden abwechselnd so geworfen,
daß immer mindestens ein Bumerang in der Luft ist. Also Abwurf
B1, Abwurf B2, Fang B1, Abwurf B1, Fang B2, Abwurf B2..., solange,
bis ein Bumerang nicht gefangen wird. Die Zahl der Fänge zählt.
Reichweite mindestens 20 Meter.
Der derzeitige Weltrekord von Chet Snouffer
liegt bei 502 Fängen - unglaublich! Eine Variation dieser
Disziplin ist "Juggling 5/100": Zeitlimit 5 Minuten, der
Werfer muß innerhalb eines Kreises mit 100 m Durchmesser bleiben.
Die Hardware:
Voraussetzung ist ein möglichst gleich fliegendes
Bumerang-Paar. Überwiegend kommen Modelle mit relativ langer
Schwebephase zum Einsatz. Dreiflügler beginnen sich auch hier
durchzusetzen, doch werden auch häufig Zweiflügler verwendet
(z.B. von Fridolin Frost, 353 Fänge). Fridolin verwendet
übrigens Bumerangs mit kürzerer Schwebephase, das erfordert
aber eine unglaubliche Koordination und einen absolut konstanten
Abwurf!
Da ich selbst nicht besonders gut im Jonglieren
bin (über 20 Fänge bin ich bisher nicht gekommen), will
ich hier gar nicht anfangen, Tips zu geben. Doch in der USBA-Zeitschrift
"Many Happy Returns" Nr. 61 gab Gary Broadbent
- in Beantwortung einer Leseranfrage - einige Tips, die ich (mit
frdl. Genehmigung) weitergeben möchte:
Frage:
Wie kann ich Timing und Genauigkeit beim Jonglieren verbessern?
Antwort von Gary:
Jonglieren ist genau was Du sagst: Timing und Genauigkeit. Die
wichtigste Eigenschaft, auf die ich bei einem guten Juggling-Paar
achte, ist die Schwebezeit ("hang time"). Ich bevorzuge
Bumerangs mit 7 bis 12 Sekunden zwischen Abwurf und Fang; 7 Sekunden
bei Wind und 12 Sekunden für windstille Tage.
Beide Bumerangs sollten ein möglichst ähnliches Flugverhalten
haben. Um das zu erreichen, baue ich normalerweise 10 bis 20 Bumerangs
und vergleiche alle dadurch, daß ich sie möglichst gleich
und in der selben Richtung abwerfe, manchmal mehr als einmal, um
Witterungseinflüsse auszuschalten.
Ich suche Bumerangs aus, die ungefähr 30 m Reichweite haben
und möglichst dicht beieinander landen. Wenn Du Dich für
ein Paar entschieden hast, wirf es abwechselnd und achte
auf die feinen Unterschiede. Denke daran, Du mußt Zeit zum
Reagieren haben. (Erzähl’ es nicht Chet, aber ich habe bemerkt,
daß sein Weltrekord-Paar nur eine "hang time" von
6,75 Sekunden hatte. Wenn Du nicht so gut in Form bist wie Chet,
hast Du nicht die nötige Reaktionszeit um im Rhythmus zu bleiben.)
Chet wirft mit etwas mehr Neigungswinkel für eine tropfenförmige
Flugbahn. Das verhindert, daß der Wind einen großen
Einfluß auf die Flugbahn nimmt, und er erreicht eine genaue
Rückkehr. Aber das sind eben Chets Bumerangs. Ich bevorzuge
einen vertikalen Wurf, so daß sie hochsteigen und langsam
herabschweben wie ein MTA.
Um im Rhythmus zu bleiben, werfe ich den zweiten Bumerang, wenn
der erste sich flachgelegt hat und anfängt, herabzuschweben.
Vorsicht: Viele Werfer neigen dazu, den zweiten Bumerang
mit mehr Neigungswinkel zu werfen, was eine instabile Flugbahn zur
Folge hat.
Wirf senkrecht!
gb
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