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Zum Gedenken an Herb Smith
».. Der große Tag begann: heller Sonnenschein und eine leichte
Brise... Mir wurde die Ehre zuteil, den Wettbewerb mit einer Demonstration
meiner Weitwürfe zu eröffnen. Wegen des schwachen Windes
konnte ich meine schwersten Geräte nicht verwenden; deshalb
entschied ich mich dazu, einen meiner gewichteten "Sussex Hooks"
zu werfen. Er hatte eine Wurfweite zwischen 70 und 80 m. Bald stockte
den Zuschauern der Atem.
Wenige, wenn überhaupt, hatten Bumerangwürfe von 40 m
gesehen, und Wettkämpfer wie Zuschauer spendeten lebhaften
Beifall und zeigten mir ihre Anerkennung. Wenn ich auch keine Würfe
über 100 m zeigen konnte, hatte ich dennoch das Long Distance
Throwing in den USA eingeführt.
...einer der Zuschauer war "Big Al" Gerhards, dessen
Rekordweite z.Zt. 123 yards beträgt. Al tat es mir nach mit
seinen Eigenentwürfen, großen, laminierten Bumerangs,
deren Form schon bekannt war. Auch Al nahm zum ersten Mal an einem
Wettkampf teil; er hatte, wie ich auch, seit mehreren Jahren Bumerangs
hergestellt und geworfen und nicht wahrgenommen, daß viele
andere Menschen an vielen Plätzen der Welt das gleiche taten.
Während der gesamten Zeit des Wettkampfes war ich damit beschäftigt,
Fragen zu beantworten, ein Bier nach dem anderen zu trinken und
vor allem: mich zu freuen. Ein Zuschauer war von meiner Vorführung
so beeindruckt, daß er mich bat, ihm meinen "Sussex Hook"
gegen einen Blankoscheck zu verkaufen. Aber der war unverkäuflich.
Später schickte ich ihm ein Exemplar für 10$. Einige Monate
später schrieb er mir, er habe ihn über 80 m weit geworfen,
einige Kopien gebaut und das Original an die Wand gehängt.
Der Tag klang mit lebhaften Gesprächen in Ben Ruhes Wohnung
aus. Bald sprach man über die Umrundung des Washington Monuments
mit einem Bumerang. "Could you do that, Herb?" - "Yes,
I think so."
Im Morgengrauen des nächsten Tages also ging es zum Washington
Monument. - Lassen wir Herb weitererzählen:
...Ein uniformierter Wächter stand da und beäugte uns
argwöhnisch. Ben erbat von ihm die Erlaubnis zum geplanten
Wurf. - "Gut, ihr könnt den Wurf machen, wenn ihr das
Denkmal nicht beschädigt." Ich muß vorher noch etwas
erklären: Als ich gestern das Monument bei vollem Tageslicht
in größerer Entfernung gesehen hatte, war mir nicht klargeworden,
daß es etwas mehr war als eine 550 feet hohe Felsnadel, die
von einer 55-squarefeet großen Basis emporragte. Stellt euch
meine Überraschung vor, als ich feststellen mußte, daß
diese Nadel auf einem Hügel errichtet war, mit breitem, gepflasterten
Areal drumherum, das wiederum umgeben war von riesigen, metallenen
Fahnenmasten, jeweils im Abstand von 16m voneinander.
An jedem Mast flatterten die "Stars and Stripes", jedoch
wiesen sie in alle Richtungen, je nach Windwirbeln. Um sicher zu
gehen, hatte ich einen Sussex Hook mit 65yards Wurfweite mitgenommen,
mehr als ausreichend, um das Monument zu umrunden.
Aber nun gab es ein Problem. Ich würde den Bumerang zwischen
die Fahnenmasten und um sie herum werfen müssen und hoffen,
daß er seinen Rückflug zwischen den Masten auf der Rückseite
schaffen würde. Eine riskante Sache. Hätte ich nur einen
Bumerang mit kürzerer Reichweite mitgenommen. Aber jetzt war
es zu spät!
...Woher kam der Wind? Die Flaggen halfen nicht. Um mir zu helfen,
machte Ben einen Probewurf mit einem "Comeback" der aber
knallte gegen eine der Denkmalsseiten, was den Wachmann, der uns
beobachtete, erschrecken ließ.
Nun war der Zeitpunkt zum Wurf da; in einer Minute würden
die ersten Besucher, die schon im Anmarsch waren, hier eintreffen.
Also gerade genug Zeit für einen Wurf, Ich stellte mich etwa
10 m von einer Ecke auf, zögerte noch einen kurzen Augenblick,
um zu prüfen, zwischen welche Masten ich zielen mußte,
tat einen tiefen Atemzug, beugte mich zurück, streckte meinen
Arm und warf den Bumerang ab.
Er flog wie ein Geschoß, am Monument vorbei, zwischen die
Fahnenmasten hindurch und kam hinter der großen Nadel außer
Sicht. In diesen wenigen Augenblicken wurde das Washinton Monument
so etwas wie ein Freund für mich. Es hat meinen Bumerang eben
nicht zerschmettert. Wenn überhaupt noch, müßte
es einer der Fahnenmasten während des Rückfluges tun.
Ängstlich wartete ich, während die Sekunden vergingen.
Dann plötzlich, zu meiner großen Erleichterung, kam
der Rote Hook in Sicht; er flog auf der linken Seite des Monuments
zurück. Als ob er seine Verachtung für die Fahnenmasten
zeigen wollte, flog er zwischen ihnen hindurch und landete hinter
mir im Gras.
Ich hatte einen erfolgreichen Wurf getan, und alle waren hocherfreut...«
Übersetzung: wb
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