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Bemalen und Lackieren von Bumerangs
- Teil 3 -
Von Werner Klöden
Zu b)
Das teilweise Überziehen des Bumerangs mit farbigem Lack ist gegenüber
dem vorher beschriebenen Verfahren geradezu einfach. Zunächst gilt das
"Allgemeine" zu a) und b). Sollen jetzt z.B. nur die Armenden des
Bumerangs besprüht werden, muß wieder die Abdeckpappe 40 x 50 cm
herhalten. Sie wird so über den Bumerang gehalten, daß nur ein Armende
darunter hervorsieht, wie es Farbe erhalten soll. Dabei wieder daran denken:
helle und leuchtende Farben kommen am besten zur Geltung, wenn auf das Holz
zuerst ein dünner weißer Lackfilm gesprüht wurde. Danach ein
Armende farbig lackieren, anschließend das andere. "Wedeln"
nicht vergessen! Dann die Farbe wieder gut trocknen lassen, Bumerang auf den
Pinnstiften wenden und auf dieselbe Weise die Rückseite der Armenden lackieren.
Soll auch noch - oder für sich allein - der Ellbogen des Bumerangs lackiert
werden, deckt man das Fluggerät soweit ab, daß nur der Ellbogen frei
ließt. Man kann die Abdeckpappe auch mit einem Schabloneneinschnitt versehen,
um gegenüber dem Armverlauf senkrechte Farbkanten zu erhalten.
Will man die Teillackierung so vornehmen, daß die Farbe jeweils in scharfen
Kanten abgesetzt ist, muß man die Holzflächen, die frei bleiben sollen,
sehr gut abdecken. Dazu verwendet man am besten etwas breiteres Klebeband, das
zunächst auf die Bumerang-Vorderseite, dann entsprechend auf die Rückseite
aufgesetzt wird (siehe Abb. unten). Mit einem Klebestreifen den Bumerang zu
umrunden führt, gerade in Biegungen und bei schräg verlaufenden Kanten,
zu keinem guten Ergebnis.

Anschließend wird die freie Fläche des Bumerangs mit dünnem
Packpapier umwickelt (kein Zeitungspapier verwenden!) und dieses an den bereits
aufgeklebten Klebestreifen so fixiert, daß eine einwandfreie Kantenführung
des ersten Klebestreifens erhalten bleibt und kein Papier in die zu lackierenden
Flächen ragt.
Auf die Pinnstifte aufgesetzt, kann man jetzt ohne Verwendung einer Abdeckpappe
beide Bumerangenden gleichzeitig farbig besprühen - vorausgesetzt, die
Enden sollen die gleiche Farbe erhalten. Andernfalls muß wieder jeweils
ein Armende abgedeckt werden. Nach wenigen Stunden die Klebestreifen und das
Packpapier vorsichtig entfernen. Die abschließende Hochglanzlackierung
des Bumerangs wird unter Punkt e) beschrieben.
Zu c)
Die Farbgestaltung des Bumerangs mit Sprayfarben, so schön und effektvoll
sie auch sind, hat für mich drei wunde Punkte- erstens ist die Verwendung
von Sprayfarben nicht besonders umweltfreundlich, selbst wenn heutzutage alle
Treibgase keine Einwirkungen auf die Ozon-Schicht haben sollen- zweitens sollte
man bei der Verwendung eine gute Atemschutzmaske tragen und drittens benötigt
man einen geeigneten Raum, der nicht jedem zur Verfügung stehen wird. Aber
schließlich gibt es genug Lacke, die aus Spraydosen mit Pinseln aufgetragen
werden können. Betonen möchte ich dabei jedoch, daß beim Arbeiten
mit Pinseln z.B. das gleichmäßige Ineinanderlaufen der verschiedenen
Farben kaum erreicht werden kann.
Nun also zum Lackieren mit dem Pinsel. Um den sauberen Bumerangschliff und die
Schönheit des Holzes nicht ganz zu verdecken, habe ich in den meisten Fällen
nur die Armenden oder den Ellbogen der Bumerangs (oder auch beides) farbig lackiert,
oder aber den Bumerang mit Streifenmustern versehen, die Restfläche dagegen
"naturbelassen". Beispiele siehe Abb. unten.

Man beginnt damit, die Konturen "seines" Musters auf den Bumerang
zu zeichnen, am besten mit einem Feinminenstift, gegebenenfalls unter Verwendung
eines Lineals oder Kurvenlineals. Es ist ratsam, mit einfachen Mustern wie in
den Beispielen zu beginnen, weil man bei geraden Linien entlang der zu bemalenden
Flächen Klebeband anbringen kann, man sich also beim Bemalen nicht so vorsehen
muß, und nach Abziehen der Klebebänder saubere, scharfe Kanten erhält.
Der Arbeitsraum sollte gut temperiert (möglichst 20ºC oder etwas mehr)
und staubfrei sein. Als Arbeitsunterlage genügt ein großes Stück
Karton, in den man Pinnstifte einstecken kann, ohne aber gleich auf die gute
Tischplatte durchzustechen, Also besser noch ein zweites Stuck Karton unter
den ersten legen. Die Pinnstifte sollten so plaziert werden, daß sie die
zu lackierenden Flächen nicht berühren (siehe Beispiele), der Bumerang
aber trotzdem gut aufliegt, ohne zu kippen oder abzurutschen. Auf diese Weise
kann man nämlich die Vorderund Rückseitenbemalung in einem Arbeitsgang
vornehmen.
Gearbeitet wird mit einem Pinsel von etwa 5mm Breite. Wie der Raum, so sollte
auch der Pinsel staubfrei sein (Pinsel mit den Borsten nach unten halten und
ein paar Mal mit dem Finger über die Borsten- bzw. Haarenden streichen).
Die Farbe vorher mit einem sauberen Holzstäbchen gut durchrühren.
Den Pinsel nur 3-4mm tief in den Lack eintauchen, Farbe kurz abtropfen lassen
und - je nach Lust und Laune - entweder auf der Vorder- oder Rückseite
des Bumerangs in den vorgesehenen Feldern mit dem Farbauftrag beginnen.
Nicht zu viel Farbe auftragen, um "Nasen" zu vermeiden, aber doch
soviel, daß die Farbe eben deckt. Dabei die Pinselstriche nicht nur in
einer Richtung, führen, sondern am besten kreuz und quer streichen, den
letzten glänzenden Pinselstrich aber immer in dieselbe Richtung geben (siehe
nachfolgende Figuren 1 - 3), Den nächsten Farbauftrag mit etwas Abstand
von der Stelle ansetzen, wo der vorherige Lackauftrag endete und dann die Farbe
so verstreichen, daß sie auch noch knapp in das Ende des letzten Farbauftrags
mit einläuft (Figuren 4 und 5); dann die letzten glättenden und besonders
zarten Pinseistriche aus dem Ende des ersten Farbauftrages heraus bis an die
Schlußlinie des zweiten Farbauftrages ziehen (Figur 6). So verfährt
man weiter, bis eine Farbfläche (ein Muster) fertig ist.

Sind weitere Muster auf den Bumerang in derselben Farbe zu malen, dann sofort
weiterarbeiten. Falls vorhanden, lohnt es sich, gleich drei oder vier Bumerangs
zu bemalen, weil man dadurch sowohl Zeit spart als auch das nötige Pinselreinigen
nicht ständig wiederholen muß, denn der Pinsel sollte zu Beginn jeder
Arbeitspause und muß auf jeden Fall beim Wechsel zu einer anderen Farbe
sowie beim Arbeitsende gereinigt werden.
Da wir schon beim Pinselreinigen sind: Erst die überschießende Farbe
zwischen einigen Zeitungsseiten aus den Pinselhaaren drücken; anschließend
den Pinsel in einem handelsüblichen Pinselreiniger auswaschen (es geht
auch mit Petroleum). Dazu gibt man ein wenig von der Reinigungsflüssigkeit
in ein kleineres verschraubbares Glas und schwenkt darin den Pinsel ausgiebig.
Die weitere Behandlung erfolgt so, wie es die Gebrauchsanleitung für den
Pinselreiniger vorschreibt (verwendet man Petroleum, erübrigt sich ein
Nachspülen mit Wasser!). Abschließend die Pinselhaare in einem alten,
sauberen Leinen1appen ausdrücken.
Sind alle Farbmuster aufgetragen, den Bumerang so auf die Pinnstifte legen,
daß keine Farbfläche berührt wird; nach einigen Stunden (die
Farbe darf nicht mehr kleben) eventuell angebrachte Klebebänder vorsichtig
abziehen und die Farbe mindestens 24 Stunden durchtrocknen lassen.
Dann kann die abschließende Behandlung erfolgen, auf die (wie bereits
erwähnt) im letzten Teil des Artikels eingegangen wird.
Zu d)
Will man die Bumerangs mit feinen, noch ansprechenderen Mustern bemalen, eignet
sich Plakafarbe dafür sehr gut. Nach Trocknen dieser Farben (was keine
lange Zeit erfordert) wirken diese zwar stumpf, aber der spätere Lackauftrag
gibt ihnen eine schöne Farbkraft und Brillanz.
Je nachdem, was für Muster man sich wählt, werden die Motive mit einem
Feinminenbleistift "freihändig" auf den Bumerang gezeichnet,
oder es werden ein Lineal mit Millimetereinteilung und ggf ein Kurvenlineal
eingesetzt. Graphische Muster sind ohne die letztgenannten Hilfsmittel nicht
exakt zu zeichnen. Solche Muster können übrigens auch mit kleinen
Gags gestaltet werden.
Was außer der Farbe benötigt wird, sind feine Tuschpinsel Nr. 2,
für etwas größere Flächen Nrn. 4 und 5 und, sehr wichtig,
eine ruhige Hand (hier zahlt es sich aus, wenn man das Rauchen schon vor einiger
Zeit aufgegeben hat!).
Nach jedem Gebrauch bzw. vor jedem Farbwechsel die Tuschpinsel gründlich
mit kaltem Wasser ausspülen (bei längerer Verwendung einer Farbe manchmal
auch zwischendurch ausspülen, und zwar sobald man merkt, daß die
Farbe an den Pinselhaaren antrocknet). Zum schnelleren Trocknen des gereinigten
Pinsels kann man ihn mit Toilettenpapier abtrocknen.
Selbstverständlich kann man auch größere farbige Flächen
(siehe Punkt c) zunächst mit Plakafarben bemalen, nur hat das den Nachteil,
daß diese Flächen fast nie einen geschlossenen Farbeindruck hinterlassen,
sie wirken fast immer "wolkig".
Auch hier erfolgt die abschließende Hochglanzlackierung, die ausführlich
im letzten Teil des Artikels unter Punkt e) behandelt wird.
Werner Klöden
Vierländer Weg 4
21465 Reinbek
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