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Allein im Bull's eye
Nach mißlungenen Wettkampfergebnissen hört man häufig: Im
Training hat es immer so gut geklappt! Da stellt sich die Frage, ob das
Training hinreichend wettkampfähnlich war. Natürlich kennen wir alle
die Situation:
Auf der Wurfwiese allein oder mit Partnern. Lockeres Werfen. Ausprobieren der
neuesten Kreationen. Fang beim ersten Wurf. Tolles Stück! Kommt in die
Wettkampftasche für Australische Runde.
Fast Catch-Wetter. Stoppuhr bereit. Probewurf: Klappt. Erster Wurf: Saust hoch
vorbei. Wiederholung. Uhr auf Null.
Und hier liegt der Fehler. Die Trainingssituation war geschönt.
Bring dich doch in die Verlegenheit, ganz realistisch die Fast Catch Runde durchzuspielen.
Also nach dem Probewurf von dem selbst verordneten Kommando: Jetzt wird´s
ernst! auch wirklich ernst machen. D.h. bei laufender Uhr einen kompletten
f.cDurchgang von unter einer Minute durchziehen, auch wenn du zwischendurch
laufen mußt. Denn im Wettkampf sagt auch niemand, daß der erste
Wurf mal eben wiederholt werden darf.
Je öfter du dich dieserart Wettkampfstreß im Training realistisch
aussetzt, umso weniger wird deine Konzentration im Ernstfall gemindert.
(Es gibt noch genug sonstige störende Einflüsse.)
Bei den anderen Disziplinen verhält es sich ähnlich. Chet und Frido
bestätigen: Man muß für sich selbst klären, was trainiert
wird. Soll jetzt 10 mal footcatch geübt werden, um Routine zu bekommen
und die Eigenschaften eines bestimmten Bumerangs in der letzten Flugphase kennen-
und lieben zu lernen, oder soll ein kompletter Durchgang Consecutive Catch trainiert
werden? Es ist ein Unterschied, ob von zehn gleichen schwierigen Fängen
90% gelingen (was natürlich für jeden grundsätzlich erfreulich
wäre), oder ob man eine Disziplin nach dem gültigen Regelritual durchprobiert.
Für die auf Neudeutsch mental genannte Wettkampfvorbereitung
ist die zweite Variante zwingend notwendig, will man keine Überraschung
erleben.
Wenn du dann wirklich allein im Bull´s eye stehst, mußt
du dich natürlich selbst beruhigen, damit die Anspannung nicht das Selbstvertrauen
zu sehr überlagert. Sensibel die Windrichtung und -stärke prüfen
ist bestimmt sinnvoll und lenkt die Konzentration auf etwas Wichtiges. Doch
sehr wichtig ist die sinnvolle Vorbereitung im o.a. Sinne. Dann folgen hoffentlich
viele beglückende Fänge oder Many Happy Returns!
em
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