

Editorial
Herb Smith
Natural Elbows
Im Knie verleimt
LD-Rekord 149m
B' und Schwirrholz
Blight-Design
Flugsimulator
Ellbogen
Nadja
Zick-Zack
Verschiedenes
B's sammeln
|
 |
 |
 |
 |
Geheimnisvoller Ellbogen
Zur Ellenbogengestaltung
sagen
1. Rusty Harding (in BBS Newsletter Nr. 4, April 1981, S.13):
"... viele Bumerang-Hersteller schleifen die Hinterkante ihrer Bumerangs aus
ästhetischen Gründen um den ganzen Ellenbogen herum. Einige Bumerangs
wurden durch den so entstandenen Keil immer dann zur Seite gedrückt, wenn
der Keil in die Strömung eintritt, also normalerweise 600 mal pro Minute.
Diese Seitenstöße können den Bumerang - obwohl kaum wahrnehmbar
- zum Flattern bringen, indem nähmlich alle Strömungskräfte (und
Richtungen an den Bumerangarmen) sich für einen kleinen Moment ändern.
Folgerungen: Regeln sind für diesen speziellen Fall kaum anwendbar. Deshalb
empfehle ich dringend, die Ellbogen-Region aller Bumerangs absolut neutral zu
halten, symmetrisch auf die Mittellinie bezogen, Ober- und Unterseite in der
gleichen Formung. Das ergibt zwar noch keinen guten Bumerang, aber der neutrale
Ellbogen schließt Flugprobleme, die durch den Ellbogen verursacht sein
könnten, aus. Ich bekam 4% Ausschuß, wenn ich die Hinterkante um
den Ellbogen herum ausforme, 0%, wenn ich den Ellbogen neutral hielt."
2. Chet Snouffer (in "The Leading Edge", Nr. 28/83):
"Bring die Vorderkante um den Ellbogen herum, nicht die Hinterkante." Er berichtet
weiter, wie allein durch Aufbringen von Holzkitt auf den stark abgeschliffenen
Ellbogenteil der betroffene Bumerang zu einem normalen Rückkehrflug gebracht
werden konnte.
wb
3. Gerhard Bertling (ähem...ich muß natürlich auch meinen
Senf dazugeben):
Ich habe mir angewöhnt, erst einmal den gesamten Ellenbogen-Bereich (oberhalb
des Schwerpunktes) recht plump zu belassen. Nicht symmetrisch (wie Rusty Harding
es empfiehlt), sondern nur von oben abgerundet (etwa wie die Vorderkante eines
Standardprofils). Steigt der Bumerang zu stark, ziehe ich die Schrägung
der Hinterkante an Arm 2 bis zum Ellenbogen hoch (aber nicht um diesen herum).
Stürzt der Bumerang ab (zu tiefer Flug), so kann man an der Vorderkante
von Arm 1 in Richtung Ellenbogen mehr Material abnehmen (Dreiflüglerschliff).
Soll der Bumerang besonders windstabil werden, kann man den in Abb. 3 markierten
Bereich sogar fast völlig unbearbeitet lassen; das bewirkt ein starkes
Abbremsen der Vorwärtsbewegung - nicht aber der Rotation!

Bei Hook- und Omegaformen, also bei Formen mit sehr ausgedehntem Ellenbogenbereich,
gibt es noch weitere interessante Variationsmöglichkeiten. Um nur eine
zu nennen: Der Ellenbogen kann von der Innenseite unterschnitten werden (Abb.
4). Dies bewirkt eine wesentlich tiefere Flugbahn verbunden mit stärkerem
Abbremsen. Mit dieser Methode erhält man z.B. Fast Catch Bumerangs, die
zwar keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen, aber extrem gut und sicher zu
fangen sind. Viel Spaß beim Experimentieren!
gb
4. Michael Raum
Drei-armig?
Viele Bumerangs deren Ellenbogenwinkel recht klein ist, weisen einen im Vergleich
zu anderen Bumrangs tief gelegenen Schwerpunkt auf. Dieser tief gelegene Schwerpunkt,
der ja der Drehpunkt der Rotation des Gerätes ist, führt bei normalem
Profil, dessen Vorder- und Hinterkante bis zum Ellenbogen durchgezogen ist,
dazu, daß dieses am Ellenbogen von der falschen Seite angeblasen wird
(Skizze 1).

Man könnte nun das Profil so abändern, daß dieser Fehler beseitigt
wird. Dazu ist nötig, daß man den Schwerpunkt in etwa kennt (über
das Auffinden des Schwerpunktes schrieb Gerhard Bertling in BW I/88).
Die Linie, auf der etwa das Profil "umschwenken" sollte, ist die Senkrechte
auf die Bumerangaußenkante, die auch durch den Schwerpunkt geht (Skizze
2).
Auf diese Art und Weise wird aus dem Ellenbogen eine Art dritter Arm. Hier wäre
die Frage zu stellen, ob dieser Bumerangtyp ein Zwei- oder Dreiflügler
ist, und in wie weit die Wettkampfzulassung damit eingeschränkt ist.
Michael Raum
Breslauer Str. 13b
8560 Lauf
5. Winfried Gorny
Drei-armig und Wettkampfregeln
Zunächst einmal schließe ich mich der rein physikalischen Definition
an:
Ein Bumerang ist - nicht nur für mich - ein Rotationsflugkörper, der
die Tendenz hat, zum Werfer zurückzukehren (Zitat aus der Bumerang Welt).
Damit ist seit ca. zwei Jahren - für mich persönlich, aber auch für
viele andere - die Diskussion um die Anzahl der "Arme" und die Art, vielleicht
einen zweiarmigen Bumerang im Prinzip wie einen dreiarmigen zu schleifen "gestorben".
Zweiarmige Bumerangs - die Ausnahme!
Abgesehen von eher rein zufälligen Formentwicklungen sind wohl Dabbes's
Definition-Rangs die einzigen wirklichen zweiarmigen Systeme.
Jörg Schlegel besteht in der Diskussion auf einer sauberen Trennung zwischen
dem Begriff Zweiarmer und Zweiflügler. Ein im obigen Absatz genannter Zweiarmer-Bumerang
ist dann tatsächlich auch ein Zweiflügler. Hooks sind Konstruktionen,
die an diese Bedingungen dicht heranreichen, ja sie manchmal auch tatsächlich
erfüllen Die meisten Konstruktionen, die zwei Arme aufweisen, entpuppen
sich aufgrund ihres Massenschwerpunktes unter Rotation als "Dreiarmer", respektive,
nach obiger Definition, als Dreiflügler.
Da der dritte "Flügel" aber durchaus antriebsrelevant ist, erlebt man
mit großer Überraschung den überaus harmonischen Flug von Dabbe's
Rangs. Der eigene Dreiflügler, der wie ein Zweiflügler konstruiert
ist, verhält sich dagegen oftmals "zickig" und muß erst durch Tuning
auf Vordermann gebracht werden. Es ist mir schleierhaft, wie durch immer noch
auf internationaler Ebene gültige Regeln des Wettkampfsportes gewissermaßen
erzwungen wird, an den aerodynamischen Gesetzmäßigkeiten des Bumerangfluges
vorbeizukonstruieren. Schleife ich nämlich einen Zweiarmer als das, was
er ist, nämlich als Dreiflügler, so habe ich ohne weiteren Aufwand
einen von sich aus harmonisch fliegenden Bumerang, der nicht oder kaum getunt
werden muß! Abgesehen davon sind viele Bumerangs sogar Vierflügler,
die bei oberflächlicher Betrachtung nur zwei Arme haben.
Daraus kann sich nur eine Forderung ableiten: Alle Formen sollten für den
Wettkampf zugelassen werden!
Auch das Argument der unerlaubten Fanghilfe bei Ringflüglern und zentral
konstruierten Dreiflüglern lasse ich nicht gelten! Ich muß mir nur
mal sogenannte "normale" Fast-Catches ansehen. So manche wild verwinkelte
Form ist eigentlich ein Vierarmer bzw. -flügler, und die Konstruktion ist
eine Fanghilfe, da die "Fenster" solcher Bumerangs häufig nur markstückgroß
sind, der Fänger also beim Zusammenklatschen mit zwei Händen auch
immer "Fleisch" zwischen den Fingern hat.
Ebenso kann es sehr viel schwieriger sein, einen Ringflügler mit relativ
kleiner Öffnung durch Hindurchstecken eines Fingers oder der Hand zu Fangen,
als ihn einfach zwischen zwei Händen zu "klatschen". Das gilt insbesondere
für unser Modell COR, das Herz, das zwar bei oberflächlicher Betrachtung
ein hervorragend großes "Fenster" hat, unter Rotation jedoch nur noch
eine Öffnung läßt, durch die gerade eben meine Hand hindurchpaßt.
Beidhändiger Fang ist allemal sicherer. Von daher müßte auch
einmal der Begriff Fanghilfe korrekter und gerechter definiert werden.
Winfried Gorny
Berner Allee 28
2000 Hamburg 72
6. Wilhelm Bretfeld
Absolut neutral?
Man glaubt ja nur, was man fliegt! So nahm ich mir einen Pertinax Al Gerhards-Rohling,
markierte den neutralen Kreis (und beließ die Kanten sägeschnitt-roh),
versah nur die überstehenden Flügelstummel mit Profil (2cm Übergang
habe ich mir erlaubt) und konnte auf der Wiese den schönsten Rückkehrflug
beobachten.

Nun bedachte ich all die vielen Stunden, die ich bisher für die Formung
"harmonischer" Ellbogen aufgewendet hatte und fragte mich: Warum warst du
so inkonsequent? Rainer Wiartalla hatt dir doch (während eines VHS-Kurses
in Holzminden) den konsequenten Neutral-Ellbogen-Standard gezeigt, ja, du hast
ihn doch selbst in deinen Schulkursen verwendet, zusätzlich noch mit nicht
abgeflachten Flügelenden (wie "bakwood") versehen, und sie floateten
doch so schön wie die anderen? Stand mir vielleicht eine nicht zutreffende
aerodynamische Vorstellung im Wege, die vom Modellflug hergeleitet war?
wb
|
 |
 |
 |
 |
|
|