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ZWEI BERICHTE AUS AUSTRALIEN
Der erste kommt von Günter Wandtke (in einem Brief an mich):
"...Besonders erwähnenswert für Bumerangwerfer scheint mir in
diesem Land zu sein, daß man die Möglichkeit hat, sich hier auf ganz
andere Wind- und Wetterverhältnisse als in Europa einzustellen. All meine
guten Segler kann ich hier in die Ecke stellen, denn starker, böiger Wind
und starke Thermik lassen sie meilenweit hinter mir landen. Die Bumerangs der
Wahl hier sind meistens klein, dick und mit Gewichten ausgestattet.
Am 24. Januar habe ich an einem Turnier in Barooga teilgenommen. Am meisten
wird Dich sicher interessieren, wie das offizielle MTA-Werfen hier ausgetragen
wird: Der Bumerang kann an irgendeiner Stelle eines Kreises mit 100 m Durchmesser
gestartet werden, muß aber auch innerhalb dieses Kreises wieder aufgefangen
werden. Das Siegerergebnis des Tages war 22 Sekunden, eine beachtliche Leistung,
wenn man weiß, was für garstige Winde an diesem Tag geblasen haben.
Ein Wegflug konnte über ca. 5 Min. beobachtet werden. Berichtet wurde mir
eine andere Leistung, bei der ein Bumerang 10 Min. lang in der Luft gesichtet
wurde, weil er am Strand entlang flog. Verwendet wurden fast nur Ted Bailey
Modelle, häufig gebaut von Rod Jones in 2 - 2,5 mm Ausführung mit
spiegelglatter Kunststofflackierung.
Zu meiner momentanen Einstellung zum Bumerangwerfen: Mehr und mehr spüre
ich, daß ich Bumerangs eigentlich nur aus reinem Vergnügen werfen
will, besonders auch dann, wenn ich mit anderen zusammen werfe. So ziehe ich
in Erwägung, mich nach dem World Cup 88 aus dem Wettkampfgeschehen
zurückzuziehen. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, daß
die bumerangwerfenden Aborigines hier nur wenig Interesse am Wettkampf zeigen.
Auch in der wettbewerbsorientierten BAA (Boomerang Association of Australia)
gibt es keine Aborigines, und bezeichnend finde ich auch, daß kein Aborigine
zum World Cup eingeladen wurde. Für die Tatsache, daß es auch andere
gibt, die sich mehr für die erlebnisorientierte, mystische Seite des Bumerangsports
interessieren, schicke ich Dir die Kopie eines Artikels zu, den ich in der australischen
Zeitung "New Age News" gefunden habe ..."
(Es handelt sich um "The mysterious Loop" von Sam Blight, den wir
in dieser Ausgabe veröffentlichen.)
Ein zweiter Bericht kam von unserem Leser Dietrich Evers, mit der freundlichen
Erlaubnis, ihn zur Veröffentlichung in der Bumerang Welt zu verwenden.
Der angesprochene Bumerang, den Dietrich Evers der Sendung beigelegt hatte,
ist wirklich kümmerlich; ich habe ihn nicht zur Rückkehr bewegen können.
"Wenn mein alter Freund Erhard Timmel aus Leipzig, der sein Leben durch
die Nachkriegsumstände in Australien verbrachte, über Bumerangs spricht,
wäre es besser, wenn keiner der Leser der Bumerang Welt zuhört:
>>Die kommerzielle Nutzung des Bumerangs in Australien ist nur noch mit
den reliefgeschmückten Bierkrügen im deutschen Souvenirhandel zu vergleichen.<<
Die gewinnträchtige Verwendung unseres liebgewordenen Sportgeräts
geht beispielsweise so weit, daß man in einer Bumerang Farm verwendungsfähige
Kunststoff-Bumerangs als Einlaß-Karten löst. (Auf dem abgebildeten
Stück ist das Wort ´admission" auf eigenwillige Weise
verändert worden.)
Es sind dieselben in Kunststoff gegossenen oder gepreßten Bumerangs, die
durch die deutschen Spiel- und Sportwarengeschäfte geistern: im Regal wild
durcheinander geschüttet, verbogen, nicht korrigiert und nicht einmal von
der Gußnaht befreit. Wenn die liebe alte Tante ein solches billiges Gerät
kauft, ist die Enttäuschung natürlich groß, wenn der Bumerang
die Wiederkehr vergißt."
(wb)
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