

Editorial
Weitwurf-WR
Erics B'-Tasche
Big Al Hook
Gewuchtete B's
Werfen im Winter
Oregon Hat
Queen of Hearts
Flugweite messen
Buch: Hanns Peter
Vorschau/Impressum
|
 |
 |
 |
 |
Gewuchtete Bumerangs - Warum nicht?
von Dabbes - 1. Teil
Vorweg einige Bemerkungen:
Ob genau gewichtet oder nicht, unbestreitbare Tatsache ist, sie
fliegen und kommen zurück. Da der Bumerang sich nach mehreren
physikalischen Gesetzen richtet, ist der Wuchtzustand eines Bumerangs
nur als Teilaspekt zu sehen, der zur Optimierung beiträgt. Es wird
also hier keine neue Bumeranggeneration vorgestellt, im Gegenteil, die
von mir gebauten Bumerangs weisen gewisse Ähnlichkeiten mit
vorhandenen Bumerangs auf, so daß der Schluß naheliegt, daß andere
Bumerangbauer gedanklich ähnlich angesetzt haben.
Vieles aus diesem Aufsatz steht auch schon bei Wilhelm Bretfeld und
Günter Veit.(Die einzige Literatur, die ich zu Beginn meines
Bumerangbauens kannte). Vielleicht aber aus einem anderen Blickwinkel
oder einem anderen philosophischen Ansatz.
Da die Wuchttechnik ein nicht sehr bekanntes Gebiet ist, möchte ich
diese Betrachtungsweise in Bezug auf Bumerangs einmal vorstellen. Von
der hoffentlich anschaulichen Theorie ohne Formelsalat bis zur
Konstruktion eines auf diesen Gedanken aufbauenden Bumerangs bis hin
zur einfachen Meßtechnik für vorhandene Bumerangs.
Begriffsbestimmung
Mein Konstruktionskonzept fängt damit an, daß Bumerangs aus drei
Teilen bestehen, Ellenbogen und zwei Flügeln, wobei der Ellenbogen bei
meinem Konzept ein Ringsegment ist und die Flügel (vorerst)
rechteckige Form haben (rechnet sich leichter). Der Bumerang soll
jetzt so gebaut werden, daß der Kreismittelpunkt des Ringsegments mit
dem Drehpunkt=Schwerpunkt zusammenfällt (s.Skizze).
Ein frei rotierender Körper dreht sich immer um eine Achse, die durch
den Schwerpunkt geht (Erde, Kreisel, Bumerang oder auch rotierende
Quader während der D1-Spaceshuttle-Mission. Wobei es sog. bevorzugte
Achsen gibt: dieses sollte durch das D1-Experiment im schwerelosen
Raum bewiesen werden). Anders bei rotierenden Körpern, deren Drehachse
durch Lager festgehalten wird. Bei diesen muß durch entsprechende
Masseverteilung versucht werden, daß die Schwerpunktachse mit der
Drehachse des Lagers übereinstimmt. Dieser Vorgang heißt "Wuchten".
Ist für die Lebensdauer (Verschleiß, Lagerschäden), rotierender
Systeme lebenswichtig (Motoren, Autoreifen, Kreisel in
Navigationsgeräten).
Die Begründung für den "gewichteten" Bumerang ist strömungstechnischer
Art. Der alles zusammenhaltende Ellenbogen entspricht hier genau den
Strömungslinien bei der Rotation und ist somit strömungstechnisch
neutral, d.h nimmt weder positiv noch negativ am aerodynamischen
Geschehen teil. Somit ist auch zu erkennen, daß dieser Ellenbogen bei
der Rotation keinerlei Auftrieb erzeugt. Auftrieb kann nur - ein
entsprechendes Profil vorausgesetzt - an den Stellen erzeugt werden,
wo die Strömungslinien die Flügelkanten unter einem bestimmten Winkel
schneiden. Ein Winkel von 90º ergibt einen maximalen Auftrieb, wird
hier also letzlich nur am Flügelende erreicht. (An sich müßte man, um
viel Auftrieb zu erzeugen, diese 90º auf einem Großteil des Flügels
erreichen. Dazu würde man die Außenteile der Flügel in der Skizze nach
oben biegen: es entsteht ein Omega! Aber wer braucht schon so viel
Auftrieb?)
Bei der Entwicklung eines solchen Bumerangs gibt man quasi das
Ringsegment vor. Daraus ergibt sich dann die Flügellänge der Art, daß
das System seinen Schwerpunkt im Kreismittelpunkt des Ringsegments
hat.
Es gibt nun zwei Wege,die Flügellänge bzw. den Schwerpunkt zu
ermitteln.
1. man rechnet (Rechenschieber, Taschenrechner)
2. mit einer Bumerang-Wuchtwaage (engl. Boomerang-balancer)
Letztere besteht bei mir aus einer Bindfadenschlaufe, in die der
Bumerang eingehängt wird. Ein längerer Einzelfaden mit Gewicht daran
dient als Achsmarkierung. Physik: Jeder hängende Körper richtet sich
im Schwerefeld der Erde so aus, daß Unterstützungspunkt, Schwerpunkt
des Gegenstandes und Erdmittelpunkt auf einer Achse liegen. Durch
Markierung dieser senkrechten Achse am Bumerang weiß man nach 2
Messungen den Ort des Schwerpunktes(Kreuzpunkt der Achsen), d.h. des
Drehpunktes des Bumerangs. An einem geschenkten Bumerang konnte ich
feststellen, daß das vorhandene Gewicht so ungünstig angebracht war,
daß ein Teil des betreffenden Flügels rückwärts flog - das kann nicht
gut sein! (Ein Nagel in der Wand ist auch schon eine brauchbare Waage.
Hängt man einen Bumerang gemäß der Skizze am Flügelansatzpunkt-
Ringsegmentende über den Nagel, sollte die Naht zwischen Flügel und
Ringsegment senkrecht stehen, wenn richtig gewuchtet.)
Natürlich habe ich beide Wege beschritten: Es steht ein in BASIC
geschriebenes Programm zur Verfügung, das nach Eingabe von Innen- und
Außenradius sowie Materialdicke in Abhängigkeit vom Bumerangwinkel die
Flügellänge, die theoretische Spannweite, die Fläche, das Gewicht, ein
Konstruktionsmaß, den Flügelendraduis sowie den Ellenbogenradius
ausgibt. (Ausdruck Skizze in Teil 2)
|
 |
 |
 |
 |
|
|